„Das Versprechen“ – Friedrich Dürrenmatt

Die Frau schaute ihn nun an, drohend, gebietend. „Versprechen Sie das?“

„Ich verspreche es, Frau Moser“, sagte der Kommissar, auf einmal nur vom Wunsche bestimmt, den Ort zu verlassen.

„Bei Ihrer Seligkeit?“

Der Kommissar stutzte. „Bei meiner Seligkeit“ sagt er endlich. Was wollte er anders.

Oh Dürrenmatt. Du bist der Grund, warum über meinem Schreibtisch eine Liste aller Unis hängt, an denen ich Literatur studieren kann. Und dabei habe ich noch gar nicht alles von dir gelesen. Noch nicht einmal besonders vieles.
In Dürrenmatt verliebt habe ich mich schon so halb als wir die Physiker in der Schule gelesen haben. Zu dem Zeitpunkt konnte ich noch überhaupt nicht sagen, warum. Jetzt weiß ich es: Wegen seiner Sprache. Aber dazu gleich mehr.
Als ich das letzte Mal (natürlich vor Corona-Zeiten) bei meinem Opa war, habe ich (mal wieder) einen großen Stapel Bücher mitgenommen. Bücher aus seinen Zeiten als Deutschlehrer und -student – unter ihnen auch „Das Versprechen“ von Dürrenmatt. Seitdem lag es in dem großen Stapel neben meinem Bett, weil ich wusste: Für Dürrenmatt muss ich mir Zeit nehmen. Mit dem hörst du eh nicht wieder auf. Recht hatte ich.

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